Die Sensomotorikmöglichkeit

Die Tage kam, ich nenne Sie Margit, zu mir ins Geschäft, klagte über Rückenschmerzen und fragte mich ob ich Ihr helfen könnte.
Eine durchgeführte Gang- und Bewegungsdiagnostik mit anschließender Haltungsanalyse zeigte, daß sowohl das Becken verdreht ist als auch die Beinachsen in einer Knie-X-Bein-Stellung stehen.

LAUFFieber Aschaffenburg

Körperstatik nicht im LOT

Zuerst wurde neben einer Ganganalyse mit den Schuhen auch eine Barfußanalyse durchgeführt. Diese Analyse zeigte, daß die Beinachsen und Füße unterschiedlich stark belastet werden. Ein Blick auf die zur Zeit getragenen orthopädischen Einlagen zeigten keine individuelle Anpassung an die unterschiedlich vorhandenen Fehlstellungen und waren rechts und links gleich aufgebaut.

Durch das unterlegen von verschiedenen Keilen in der Fußstatik wurde zuerst das Becken in eine nicht verdrehte und gerade Position gestellt. Damit wurde erreicht, daß sich die Verspannungen in der Wirbelsäule lösen und diese wieder ihre gerade Stellung erhält.

Im nächsten Schritt kümmerten wir uns um die Beradigung der Beinachsen. Die Rotation des Knies nach innen führt zu einer Kniebelastung, Verschleiß des Knorpels, Fersensporn und Schädigung des Meniskus.

Hierzu legten ich eine Druckmesßsohle in den Schuh und Margit mußte eine längere Zeit in den Schuhen mit Druckmeßsohle gehen.

moticon_innsohleDiese Art der Analyse hat mehrere Vorteile.
Bei der normalen Einlagenanpassung wird meist nur ein Abdruck im Stehen gemacht. Hier  werden beide Füße nur mit der Hälfte des Körpergewichtes belastet. Beim Gehen und Joggen erhöhen sich die Belastungen auf den Fuß um das 1.5 fache bis 5 fache, je nach Geschwindigkeit.
Dabei wird die Belastung nicht auf zwei Füße, wie im Standabdruck, sondern auf 1 Fuß verteilt. Hierzu kommen noch unterschiedliche Belastungen und Rotationen aus dem Oberkörper, Hüfte, Becken und der Beinachse.

2d_mittelEtwas vortschrittlichere Orthoppädietechniker arbeiten stellenweise mit Druckmeßplatten.
Vor Jahren arbeitete ich mit dem adidas Druckmeßplattensystem. Die Technik ist perfekt und zeigt sofort die unterschiedlichen Belastungen von rechtem zu linken Fuß.
Das Problem der Druckmeßplattentechnik ist jedoch, daß der Aktive, der über die Druckmeßplatte geht oder läuft, sein Bewegungsmuster verändert.
Meine Erfahrungen zeigte, daß von 10 durchgeführten Aufnahmen eines Aktiven nur 1-2 einigermaßen gleich waren, während die anderen Aufnahmen durch ungleiches Auftreten, zu lange oder zu kurze Schritte beim Angehen, u.s.w. nicht auswertbar waren.

3d_mittelDer Vorteil der Druckmeßsohle ist, daß ohne Kabel, ohne störende Verbindungen und mehrere Schritte aufgenommen werden, so daß ein reeles Bild der Fußbelastung erhält.
Das System arbeitet so, daß man seine gewohnte Bewegung beibehält und es ist in jeder Umgebung durchführbar.

Das Ergebnis wird dann in einer speziellen CAD-Software eingearbeitet, so daß mit den zuvor gewonnenen Daten eine individuelle Einlage hergestellt wird.
Durch die technischen Möglichkeiten von heute sind solche sensomotorischen Einlagen in auf Schuhe anpaßbar und tragbar.

Sensomotorik und Propriozeption, kombiniert in einer individuellen Einlage mit Haltungs-, Gang-, Dynamikanalyse, statischer und dynamischer Fußdruckanalyse

Sensomotorik und Propriozeption, kombiniert in einer individuellen Einlage mit Haltungs-, Gang-, Dynamikanalyse, statischer und dynamischer Fußdruckanalyse

Bei der Anprobe der Einlage stelten wir sofort eine deutliche Entlastung der Beinachsen fest.

von schief zu gerade ins Körperlot

von schief zu gerade ins Körperlot

Ohne Einlage lag von vorne betrachtet die Kniemitte innen in der Körpermitte.
Mit Einlage veränderte sich die Kniestellung in der Art, daß Kniemitte und Fußmitte im Lot standen.
Auch eine Überprüfung des Beckens zeigte eine Korrektur und die Beckenstatik war nicht mehr verdreht, was zu einer Entlastung der Wirbelsäule und Hüftgelenke führt.

Eine Nachkontrolle mit Einlagenkorrekur wird in ca. 8 Wochen durchgeführt.

Die meisten werden jetzt fragen was solch eine Anpassung mit :

  • Haltungsanalyse
  • Ganganalyse
  • Dynamikanalyse
  • Fußvermessung Statik
  • Fußanalyse mit Drucksohle in der Dynamik
  • individuelle CAD und CAM-Konstruktion
  • CNC-Fräsung
  • Anpassung und Nachkontrolle
  • individuelles Gymnastikprogramm

kostet:
Die Preise liegen bei gesetzlich versicherten mit Rezept ab 120 Euro bis 150 Euro und privat Versicherte bei 200 bis 250 Euro.

Eine Beratung, Analyse und Durchführung ist nur nach vorheriger Terminabsprache möglich.

Dieser Beitrag wurde unter Erfolge, Sensomotorik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.